Schulter: Know your anatomy – die Rotatorenmanschette


Ein wenig Anatomie-Schulung rund um die Rotatorenmanschette. Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln. Hierbei können wir uns an dem Wort „SITS“ orientieren und die Hauptaufgaben zuordnen:

S = supraspinatus (Abduktion, also seitliches Anhebendes Armes)
I = infraspinatus (Außenrotation
T = teres minor (Außenrotation)
S = subscapularis (Innenrotation)

Die Aufgabe der Rotatorenmanschette:
Sie zentriert den Gelenkkopf ‍♂️ des Oberarmknochens (lat. humerus) in der Gelenkpfanne des Schulterblattes (lat. scapula) Vereinfacht gesagt sorgt die Manschette demnach für die Stabilisierung des Schultergelenks (hier: lat. Gleno-Humeral-Gelenk).

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Wer dieses Prinzip versteht wird die Schulter ganzheitlicher betrachten


Vorneweg: Lass dich nicht durch die vielen Abkürzungen auf dem Bild abschrecken Diese erkläre ich gleich Was ich mit diesem Bild zeigen möchte ist das Verhältnis von Schulterblatt (Scapula) und Oberarm (Humerus).
Es gibt einen sogenannten “Scapulohumeral Rhythm” Beim Anheben des Armes bewegt sich demnach nicht nur der Arm, sondern das Schulterblatt gleich mit Anfangs noch etwas zaghaft, dann immer mehr (mit den genauen Gradzahlen langweile ich dich ein anderes Mal ). So weit so gut. Nun zurück zum Bild . Wir haben also die sogenannte “Scapulothoracic Upward Rotation” (Das Schulterblatt rotiert auf der Brustwirbelsäule nach oben) und die “Glenohumeral Abduction” (Der Oberarm abduziert; wird als “abgespreizt”)

Nun zu ein paar beteiligten Muskeln, welche hier relevante Aufgaben übernehmen (es sind mehr als die Folgenden. Für einen Überblick sind diese allerdings ausreichend Auch, weil z.B.: die Rotatorenmanschette in einem früheren Post bereits ausführlich vorgestellt wurde):
UT = Upper trapezius (Trapezmuskel, oberer Anteil)
MT = Middle trapezius (Trapezmuskel, mittlerer Anteil)
LT = Lower trapezius (Trapezmuskeln, unterer Anteil)
SA = Serratus anterior (Sägezahnmuskel)
DEL = Deltoideus (Deltamuskel)

Der Oberarm und das Schulterblatt. Eine Einheit.
Wenn wir also an unserer Schulter arbeiten, so sollten wir IMMER das Schulterblatt mit in unsere Betrachtung mit einbeziehen ‼️

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Der Schulterblatt-Oberarm-Rhythmus (Scapulo-Humeral Rhythm)


Die Bedeutung des Schulterblattes beim Anheben des Armes über den Kopf ‍♂️ (und bei allen weiteren Schulterbewegungen) möchte ich auch dieses Mal in den Fokus der Aufmerksamkeit setzen . Das Bild zeigt sehr deutlich, dass beim Anheben des Armes das Schulterblatt mitrotiert. Zumindest sollte es das einschränkungsfrei tun . Sofern die Spannungsverhältnisse rund um das Schulterblatt nicht stimmen, kompensieren wir unsere Bewegungsmuster ‍♂️. Da springt dann schon mal gerne die Lendenwirbelsäule ein und wird überstreckt, um dann doch noch das letzte Quäntchen an “Überkopfbeweglichkeit” rauszukitzeln .

Zur Erklärung: Das Schulterblatt und der Oberarm bewegen sich beim Heben des Armes über den Kopf in einem 1:2 Rhythmus. Wenn der Arm 180° abgespreizt ist (siehe Bild, roter Pfeil), so kommen ca. 60° aus der Bewegung des Schulterblattes (Die sog. “scapulothoracic articulation”, siehe Bild, grüner Pfeil) und die restlichen 120° von der Rotation des Oberarms im Schultergelenk (Aus dem sog. “glenohumeral joint”, siehe Bild, orangener Pfeil).

Hinweis: Dieses Modell ist vereinfacht. Denn das Schultergelenk besteht aus mehreren Teilgelenken. In einem weiteren Artikel mehr dazu.

Wer Bock auf ne Studie dazu hat: “Assessment of scapulohumeral rhythm for scapular plane shoulder elevation using a modified digital inclinometer” (Scibek & Carcia 2012) ‍