In Zeiten, in denen Functional Training das Maß aller Trainingsregimen darstellt, CrossFit-Boxen und Hyrox Gyms aus dem Boden sprießen wie früher Fast-Food-Ketten und hierdurch plötzlich jeder als „Athlet" bezeichnet wird, kommt eine wahre Epidemie an Schulterproblemen auf uns zu. Schulter-Impingements, Rotatorenmanschettenverletzungen und weitere Überlastungsschäden im Bereich der Schulter sind in den Functional Trainings Gyms an der Tagesordnung und meist leichtsinnig in Kauf genommen.
Die Gründe hierfür sind meist schnell ausfindig zu machen. Oftmals werden Neulingen gleich zu Beginn schier unmögliche, technisch anspruchsvolle Aufgaben gestellt. Wer sich noch nie mit dem Thema Functional Training auseinandergesetzt hat und dann gleich im ersten Training mehrere Dutzend Wiederholungen Überkopfübungen absolvieren muss, der wird merken, dass es einige Zeit her gewesen sein könnte, dass man seine Arme mehr als einmal am Tag über den Kopf gehoben hat. Doch nicht nur Neulinge tappen in die Athleten-Falle. Auch erfahrene Sportler, welche nach dem Prinzip „Mehr bringt mehr" und „No pain no gain" trainieren, werden über kurz oder lang Probleme mit dem Schulterkomplex bekommen.
Wichtig zu wissen ist, dass nicht jede Schulter gleich aufgebaut ist. Denn allein der Krümmungsgrad des Schulterdachs oder der Winkel des Schlüsselbeins kann die Überkopfbeweglichkeit beeinflussen. Kommen hierzu noch eine eingeschränkte Beweglichkeit der Brustwirbelsäule und ein hoher Tonus der Brustmuskulatur, sind die Probleme vorprogrammiert. Kombiniert man das noch mit einer schlechten Aktivierungsfähigkeit der Rotatorenmanschette, so ist es nicht verwunderlich, dass sich die Schulterverletzungen in den Gyms weltweit häufen.
Grundsätzlich sollte hier von Person zu Person differenziert und jeder Sportler individuell betrachtet werden. Mit geeigneter Technik-Schulung, ausreichender Beweglichkeit und Stabilität stehen auch vielen Überkopf-Übungen nichts im Wege. Ein guter Trainer weiß um die Besonderheit des Bereichs Schulter Bescheid und informiert und schult seine Mitglieder dementsprechend. Frei nach dem Motto: Wer mehr weiß, kann mehr bewegen.
Die beste Zeit zu starten ist jetzt!
Dein Mobility Coach Benni